
Das Frauenbad
Bereits im Jahre 1297 stand über der Quelle des Frauenbades eine große Kapelle, die man Frauenkirche nannte. Diese Kirche war eine Schenkung von Heinrich von Pottendorf an das seit 1285 bestehende Augustinerkonvent.
Die wahrscheinlich schon von den Römern benutzte Quelle entsprang unter den Stufen des Hochaltars, und füllte den Behälter des Bades, welches an der nördlichen Seite der Kirche angebaut war. Die erste Erwähnung des Frauenbades geschieht in einer Urkunde des Jahres 1357, das Bad gehörte damals Herzog Albrecht II. Im Jahre 1531 schenkte Kaiser Ferdinand I das Frauenbad und das an der Südseite der Kirche angebaute Neubad als Ersatz für den Türkenschaden aus dem Jahre 1529 der Stadt Baden.
1613 setzte Kaiser Matthias für das Frauenbad, in welchem sich der Missbrauch eingeschlichen hatte, dass sich der Adel das ausschließliche Vorrecht zueignete, hier allein oder doch nur mit solchen, die unter die Landrechte gehörten, zu baden ein eigenes Badgericht ein. Er veranlasste eine aus 22 Gesetzen bestehende Badeordnung.
Als im Jahre 1812 bei dem großen Brand, der die Stadt Baden schrecklich verwüstete, auch das Frauenbadgebäude erheblich zerstört wurde, war es an der Zeit, das Bad neu herzustellen. Dies geschah schließlich im Jahre 1821 durch einen gänzlichen Neubau nach den Plänen des Architekten Ritter von Moreau und durch den Stadtbaumeister Hantl.
Am 7. April 1821 fand die feierliche Grundsteinlegung durch den Wohltäter Badens, Erzherzog Anton und am 11. Juni desselben Jahres die Eröffnung des neuen Bäderhauses statt. Der damals gesetzte Denkstein ist heute im Foyer des Frauenbades angebracht.
Bald ergaben sich jedoch allerlei Mängel, die von Jahr zu Jahr stärken wurden. So ging man im Jahre 1876 entschieden daran, eine durchgreifende Umänderung und Neuherstellung in allen Teilen nach den Anforderungen der Zeit einzuleiten.
Mit dem Fertigstellungsjahr 1878 erhielt Baden einen in den Baderäumen mit Marmor ausgeführten Bäderbau, welcher nicht nur den höchsten Ansprüchen der Badegäste entgegenkam, sondern auch in Bezug auf äußere Schönheit kaum zu übertreffen war. Namhafte Persönlichkeiten wie Kaiser Leopold und Kaiserin Eleonora, Friedrich August Kurfürst von Sachsen, Kaiser Josef I., Kaiser Franz I. waren unter den Badegästen zu finden.
Im Wesentlichen unverändert, blieb das Frauenbad bis Ende 1973 in Betrieb.
Seit dem Jahre 1980 wird das Gebäude als überregionales Ausstellungszentrum genutzt. Da die bauliche Substanz stark gelitten hat und die Räumlichkeiten einem den Anforderungen der heutigen Zeit adäquaten Ausstellungszentrum nicht mehr entsprochen haben, entschloss sich die Stadtgemeinde Baden, unter Bürgermeister LAbg. August Breininger, im Jahre 1991 zu einer Generalsanierung. Diese wurde nach den Plänen von Architekt Dipl.Ing. Werner Nedoschill Ende Oktober 1994 abgeschlossen. Seit der Renovierung stellten namhafte Künstler wie z.B. Christian Ludwig Attersee, Adolf Frohner, Arik Brauer und Ernst Fuchs aus.
Im Jahr 2006 wird der Entschluss gefasst, das Ausstellungshaus als Museum dem in Baden geborenen international anerkannten Künstler Arnulf Rainer zu widmen. Das Architektenteam Lottersberger-Messner- Dumpelnik wird Anfang 2008 von der Stadtgemeinde Baden mit der Adaptierung beauftragt, wobei der charakteristische Bau des Frauenbades in seiner Substanz unangetastet bleibt. Die Umbauarbeiten beginnen im Jänner 2009. Mit dem Arnulf Rainer Museum ist der Wiener Architektengemeinschaft eine erfolgreiche Kombination aus historischer und neuer Bausubstanz gelungen, die nicht nur den Charme der ehemaligen Bäder wieder zur Geltung bringt, sondern auch den aktuellsten technischen und funktionellen Anforderungen eines modernen Museumsbaus entspricht. Das neue Arnulf Rainer Museum wird als offenes Zentrum für einen der international bedeutendsten österreichischen Künstler der Nachkriegszeit und sein außergewöhnliches Oeuvre im September 2009 eröffnet.
|
|