Künstler aus Gugging: August Walla
In der Ausstellung: Arnulf Rainer & Art BrutAUGUST WALLA
Künstler der Ausstellung im FokusAugust Walla wird 1936 in Klosterneuburg geboren. Schon früh entwickelt er sein „privatmythologisches Universum“, das er auf sämtlichen Trägermaterialien – vom Tischtuch bis zum Fernsehbildschirm – darstellt. Mit dem Einzug ins Haus der Künstler in Maria Gugging im Jahr 1983 beginnt er, seinen persönlichen Wohnbereich zu gestalten. Dieses Universum wird von einer eigenen Götterwelt bevölkert, wobei jede Göttergestalt eine eigene Funktion hat.
Mit einem unverwechselbaren Stil entwickelt Walla eine höchst komplexe Götterwelt sowie Sprache und erschafft so seine eigene Wirklichkeit. Symbole und geschriebene Worte sind für ihn von größter Bedeutung, meist handelt es sich um fremdsprachiges oder verfremdetes Vokabular.
Walla arbeitet stets mit Dualismen wie Gut und Böse oder Mann und Frau. Die Geschlechtsidentität spielt für den Künstler eine zentrale Rolle: Er identifiziert sich während des Zweiten Weltkriegs als „Nazimädchen“, das später – zur Zeit der sowjetischen Besatzung – in einen „russischen Jungen“ „umoperiert“ wird. Mit Schriftzügen wie „KOSESNAMEN RUSSSKO WALLA. S.“ oder „ADOLFE“ spielt er in seinen Werken auf seine Geschlechtsidentität an.
Im Jahr 2026 jährt sich sein Todestag zum 25. Mal – gleichzeitig hätte der Künstler in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert.
August Wallas Hauptwerken aus der Sammlung Zambo sind in der aktuellen Ausstellung Arnulf Rainers Fingermalereien gegenübergestellt. Bei seiner Hand-, Finger- und Fußmalerei schaltet Rainer den zwischen der Hand des Künstlers und dem Malgrund vermittelnden Pinsel aus. Dadurch erreicht er eine Unmittelbarkeit des Ausdrucks, die sich für ihn auch in Werken der Art Brut widerspiegelt.